In 17 Tagen quer durch Disney World und Universal Orlando

  • Die Vorgeschichte und Planungsentwicklung zu meinem Besuch in der Welthauptstadt der Themenparks kann man hier nachlesen, ein erstes Fazit hier. Allerdings steht ja noch ein Bericht darüber aus. Der wird aufgrund der Dauer des Aufenthalts und der insgesamt 9 besuchten Themenparks nun ein bisschen ausführlicher und dessen Erstellung dauert entsprechend länger. Fertig ist er noch nicht, aber so weit gediehen, dass ich beginnen könnte, ihn als Fortsetzungsroman hier einzustellen. Natürlich nur falls Interesse ist? Ich fange einfach mal an :grinning_face:

    Den ersten Impuls zu so einer Reise hatte ich bereits 2022, als ich begann, einen Besuch im Disneyland Paris für 2023 zu planen. Aber womöglich würde mich meine erste Begegnung mit der Maus in Frankreich ja von der Idee kurieren? Keine Spur, letztlich hat er mich bestärkt, das Projekt erst recht zu verfolgen. Nach einiger Vorabrecherche buchte ich Ende April 2024 zweieinhalb Wochen Disney World plus Universal Resort für mich und meine Frau, die dankenswerterweise offen für das Abenteuer war und bereitwillig mitmachte.

    Und nun, 16 Monate und ausufernde Detailplanung später, war es soweit. Nach einem problemlosen Flug mit Discover nach Tampa und ebenso problemloser Einreise brachte uns ein Uber ins Caribbean Beach Resort, wo wir dann auch bald unser Zimmer im gewünschten Gebäude Jamaica 45 beziehen konnten. Und gleich ins Bett fielen, schließlich war es nach unserer inneren Uhr bereits fast 3h morgens. Das Bett war übrigens angenehm bequem, nur das Dauerdröhnen der diversen Klimaanlagen der Nachbarzimmer (unsere haben wir abgeschaltet, es war kühl genug) störte zunächst. Aber wozu gibt es Ohrstöpsel.


    Blick von unserem Hotelzimmer aus am ersten Abend


    Und, gibt es Interesse an einer Fortsetzung? Bei Teil 2 geht es erst mal ins Animal Kingdom...:lion::zebra::rhinoceros::giraffe::flamingo:

  • Tag 1

    Kurz nach 5 waren wir wieder wach, Jetlag sei Dank, und brauten uns einen ersten Kaffee mit der Padmaschine im Zimmer. Und waren entsetzt, wie schrecklich dieser „Joffrey´s“, Disneys Hausmarke, schmeckt. Bitter und sauer und sonst nicht viel – großes Marketinggetöse der Firma hin oder her. Egal, er belebt, dazu ein schnelles Frühstück (Wir hatten uns 2 große Beutel von einem Protein-Müsli-Shake-Pulver, das nach Anrühren mit Wasser eine vollwertige, wenn auch nur mäßig wohlschmeckende Mahlzeit ergibt, mitgebracht. Hat auch gut funktioniert; sehr effiziente Methode, morgens schnell bereit zu sein). Dann alles gepackt für den ersten Tag in Walt Disney Word. Angepeilt war Early Entry im Animal Kingdom, da der schon eine Stunde vor den anderen Parks aufmacht und wir so den Jetlag sinnvoll nutzen konnten.

    Daher standen wir um 6h20 mutterseelenallein im Dunkeln an der Bushaltestelle und hofften auf einen Bus dorthin. Tatsächlich kam auch einer kurz nach halb sieben, und wir stiegen zusammen mit ein paar wenigen anderen Gästen ein, die inzwischen dazu gestoßen waren. Die Fahrt wirkte etwas surreal, da man wegen der Dunkelheit und den beschlagenen Scheiben (Klimaanlage!) wenig von draußen sah, aber als wir angekommen waren, begann es heller zu werden. Die Security war noch nicht offen, der Andrang davor hielt sich in Grenzen. Hier zu stehen im Sonnenaufgang und erste Blicke auf das Animal Kingdom zu erhaschen, war schon ein tolles Erlebnis; die Vision war Wirklichkeit geworden, wir waren tatsächlich da!

    Um 7h ging die Security auf, dann kam der nächste Stopp vor dem eigentlichen Einlass. Wie schön, dass es direkt daneben noch ein WC gab, so konnte man die Zeit nutzen. Und 7h15 konnten wir in den Park und wanderten in einem Pulk Richtung Pandora. Worauf wir zum dritten Mal zu einem Stopp kamen, denn auf der Brücke zu diesem Land war nochmal ein Sammelpunkt. 7h30 ging es weiter und man wurde von vielen aufmerksamen Mitarbeitern in die richtige Richtung geschleust.

    In unserem Fall war das wie bei gut 90% der anderen auch zur Attraktion Flight of Passage. Wir wanderten im Gänsemarsch durch den langen Anstehbereich, bewunderten die schwebenden Felsformationen und fremdartigen (Kunst-)Blumen, aber auch die echten(!) tropischen Orchideen, die dort einfach so auf den Bäumen wuchern und blühen. Dann ging es ins Innere, auch hier aufwändige Gestaltung, zunächst im Navi-Stil, dann Übergang zu menschgemachter Betonarchitektur, entsprechend der Story, dass Navi und Menschen hier 100 Jahre nach den Filmen friedlich zusammenleben.

    Pandora im Animal Kingdom

    Die Attraktion selbst ist eine Art Voletarium mit 3D Brillen, wobei man auf Sitzen „reitet“, die die Flugdrachen aus der Filmwelt darstellen. Manchmal spürt man sie sogar atmen, auch wenn der Effekt bei mir nicht immer funktionierte. Ich war sehr gespannt darauf, da der Ride als einer der besten in WDW gilt. Der Flug war auch tatsächlich sehr eindrucksvoll gemacht, von der Intensität her deutlich stärker als zB der Voletariumfilm, eher wie der angehängte Trailer. Das Bild war allerdings nicht perfekt: Manchmal etwas unscharf, insgesamt ziemlich dunkel, und den 3D Effekt habe ich eindrucksvoller erwartet, ich glaubte auch Doppelkonturen zu erkennen. Möglicherweise wäre es mal nötig, die Attraktion nach 6 Jahren Dauerbetrieb zu renovieren?

    Aber egal, das ist Jammern auf hohem Niveau, und wir kamen schon mal ziemlich begeistert raus. Next Stop Navi River Journey gleich um die Ecke, ein Boots-Darkride durch Nachtszenen von Pandora. Hat mir sehr gut gefallen, voller schöner Details die man aus dem Film kennt. Und die Shamanen-Animatronic am Ende ist extrem beeindruckend. Da liegen noch Welten zwischen dem Europapark-Tesla und dieser Bewegungsperfektion!

    Als nächstes: Ganz viele Fotos von Pandora und den schwebenden Felsen schießen! Das Licht war gut, man wusste gar nicht, wohin man schauen sollte. Und wir entdeckten zudem die grün gekleideten Mitarbeiter, bei denen man sich fotografieren lassen konnte, da unser Ticket auch den Memory Maker enthielt, mit dem man alle solche Fotos und Onrides später herunterladen kann.

    Die schwebende Felsen von Pandora scheinen der Schwerkraft ein Schnippchen zu schlagen. Aber in den Lianen verstecken sich stabile Stahlträger!


    Danach wanderten wir über die zentrale Insel des Parks Richtung „Afrika“, um dort die Safaritour zu machen. Dabei wird man ca 20 min lang durch verschiedene Landschaften wie Steppe und Regenwald gefahren und sieht dabei verschiedene (echte!) Tiere wie Löwen, Nilpferde, Nashörner, Giraffen etc. Also Jungle Cruise in real sozusagen. Hat uns extrem gut gefallen, obwohl ich sonst eigentlich nicht so der Zoo-Besucher bin. Aber dort ohne sichtbare Einzäumungen war das schon ein Erlebnis.

    Wir stärkten uns mit einem leckeren Pineapple Crumble Cake und begaben uns dann nach „Asien“, besuchten den Affenfelsen und fuhren Expedition Everest, eine recht intensive Achterbahn mit Indoorpassagen und einer längeren Rückwärtsfahrt, die mir persönlich sogar zu lang war, da mir da schnell mal schummrig im Kopf wird. Von dem immer wieder angedeuteten Yeti hat man bei dieser Fahrt allerdings nichts gesehen, da die entscheidende Szene komplett dunkel war. Bei der Wiederholungsfahrt in der folgenden Woche funktionierte der Stroboskopeffekt dann, so dass wir das Gesamterlebnis bekamen (eigentlich ist das auch nur eine Dauernotlösung, da der Yeti seit Jahren nicht richtig funktioniert, aber das ist ein anderes Thema). Toll war bei Everest die detailverliebte Warteschlange bis hin zum Buch von Reinhold Messner, das wir in einer Vitrine entdeckten. Und auch der „Everest“ selbst ist sehr beeindruckend. Fun fact: Der künstliche Berg ist wie auch der Tower of Terror knapp 61 Meter hoch, denn ab 200 Fuß muss man eine Flugzeugwarnlampe installieren.

    Es folgte Dinosaur, ein intensiver Darkride, der allerdings unmittelbar vom Aussterben bedroht ist (har-har); er wird Anfang 2026 geschlossen und zu Indiana Jones umgebaut. Beim Verlassen des Areals stolperten wir über einen Fotopoint mit Donald Duck mit der Bezeichnung Dino-Bash. Eigentlich können wir mit den ganzen Charakteren nicht so viel anfangen, aber bei Donald ist meine Frau dann doch schwach geworden, zumal wir direkt dran kamen.

    Als nächstes besuchten wir eine Show, die aus dem Film Finding Nemo ein Musical macht, sehr schön gemacht mit Puppenspielern. Dann wollten wir nun, da es inzwischen recht heiß geworden war, den Wasserride Kali River Rapids nachholen, aber die Schlange reichte bis ins Freie und bewegte sich nicht voran, daher zogen wir bald die Reißleine und gingen weiter. Bisher waren wir nie mehr als 5 Minuten angestanden, diese geniale Strähne wollten wir uns nicht so schnell zerstören lassen.

    Weil sich allmählich der Hunger meldete, ging es zurück nach Pandora, da ich viel Gutes von der Satuuli Canteen gehört hatte. Dank Mobile Order (grundsätzlich zu empfehlen) kamen wir auch sehr schnell zu unserem Essen, das trotz bewusst alienartiger Anmutung hervorragend schmeckte, weitaus besser als ich von einem Selbstbedienungsrestaurant dort erwartet hatte.

    Nach dem Essen empfiehlt sich bekanntlich ein Verdauungsspaziergang, daher ging es nun auf den Maharadja Trail, ein Fußweg im Bereich Asien, der durch indische Tempelruinen führt und dabei ebenfalls viele Tiere zeigt, von Vögeln bis hin zum beeindruckenden Tiger. Auch hier immer so, dass man eigentlich kein Gitter oder andere Trennungseinrichtungen erkennt.


    Leicht zu übersehen: Pflanzenfrau mit Stelzen


    Allmählich wurden wir müde und brachen nach einer Portion lecker gewürzten Mr. Tamal´s Seasoned Fries zum Hotel auf. Dort gönnten wir uns 2 Stunden Mittagspause, stellten aber den Wecker, um nicht den restlichen Tag zu verschlafen. Nach einem weiteren Becher schauerlichen Kaffees im Zimmer ging es wieder los, diesmal zur Skyliner Station. Mit der Seilbahn (eine wesentlich angenehmere und schnellere Transportmethode als die Busse) erreichten wir nach wenigen Minuten die Hollywood Studios, in die ich an diesem ersten Tag unbedingt auch mal reinschnuppern wollte – vielleicht könnten wir sogar schon mal den berühmten Rise of the Resistance fahren?? Man wird es sehen.

  • Und waren entsetzt, wie schrecklich dieser „Joffrey´s“, Disneys Hausmarke, schmeckt. Bitter und sauer und sonst nicht viel

    Schon witzig, wie unterschiedlich die Geschmäcker sind. Wir lieben den Joffreys Coffee :grinning_squinting_face:
    Der ist mal so ganz anders und aromatischer als das Starbucks Gedöns!

    Edit: Danke für den schönen Bericht. Man erlebt es innerlich mit :)

  • Vielen Dank für den schönen Bericht!

    Wir waren 2022 dort und hatten 5 Tage im Resort - jeden Tag ein Park und am Abflugtag wollten wir nochmals in den Park gehen der uns am besten gefallen hat und überraschenderweise fiel die Wahl bei uns auf Animal Kingdom. Hätte ich selbst nicht erwartet, aber der Park hat uns am meisten überzeugt.

    Allerdings war die Unschärfe Problematik bereits 2022 gegeben. Schade, dass man diese wohl nicht beheben kann.

  • Ich war 2016 für zwei Wochen im Saratoga Springs Resort. Animal Kingdom und Epcot haben mir am besten gefallen. Die Hollywood Studios habe ich nach dem Mittagessen verlassen. Fand ich stinklangweilig.

  • Tag 1 (Fortsetzung)

    In den Hollywood Studios schauten wir uns zunächst einfach ein bisschen um, genossen die Atmosphäre, sorgten wieder für Beschäftigung der Photographen und gingen dann zum Tower of Terror, der als einzige größere Attraktion nur 10 Minuten Wartezeit versprach; alles andere lag deutlich darüber.

    Am Sunset Boulevard, auf dem Weg zum Tower of Terror

    Nun kannten wir ja den Schreckensturm schon aus Paris, aber in Orlando gibt es einen entscheidenden Unterschied: Die Liftkabinen fahren zuerst ein Stück waagrecht durch eine Art Dimensionenportal, bevor es dann auf und ab geht. Letzteres fanden wir bei dieser ersten Fahrt sehr unspektakulär, das hatte uns in Paris besser gefallen. Bei Folgefahrten lief es aber deutlich intensiver ab, offenbar bekommt man immer wieder andere Programme vorgesetzt. Aber dann hielt es uns nicht länger, wir mussten jetzt einfach nach Galaxy´s Edge, den Star Wars Bereich.

    Erste Eindrücke von Galaxy´s Edge

    Dort holten wir uns erst mal per Mobile Order ein gutes Essen in der Docking Bay 7 (wie in Pandora erstaunlich lecker und kräftig gewürzt), und gestärkt erkundeten wir dann diesen wirklich fantastisch gestalteten Themenbereich. Plötzlich kam uns Chewbacca entgegen, und er umarmte meine Frau! Ich glaub, ich bin im Film.

    Nach einer guten Stunde Erkundungsreise auf Batuu ging es dann zum älteren, aber immer noch guten Star Wars Simulator Star Tours, wo man direkt durchlaufen konnte, und dann heim ins Hotel. Ein ebenso voller wie erfolgreicher erster Tag ging zum Ende.


    Docking Bay 7

    Aber Moment, was ist mit Rise of the Resistance? Die Wartezeiten bewegten sich leider immer bei über einer Stunde, das war uns nach dem langen Tag zu viel und wir hofften auf den nächsten, wo es gleich morgens dann wieder in die Hollywood Studios gehen sollte. Würde der early entry es uns ermöglichen, diesen legendären Darkride mit vertretbarer Wartezeit zu erleben? Fortsetzung folgt…