Beiträge von Olli72

    Ich finde dieses in der Gesellschaft immer mehr wahrzunehmende "alles war mir nicht gefällt ist überflüssig und kann weg" ganz fürchterlich. Als sei man selbst der Nabel der Welt um den sich alles drehen muss, und alles was ich nicht brauche braucht auch kein Anderer. Bei mir im Rheinland sagt man "lewe un lewe losse" (Leben und Leben lassen), oder "mer muss och jünne künne" (man muss auch gönnen können). Das würde ich mir im öffentlichen Diskurs manchmal etwas mehr wünschen.

    In 2024 gab es einen ca. 3-monatigen Verkaufsstopp (Mai bis August??!).

    In 2025 dann ab ca. Mai bis zum Verkauf im Februar 2026 (der für 2 Tage möglich war).

    Seit dem 2-Tage Verkaufszeitraum ist wieder nichts mehr möglich.

    Und dazu sei gesagt, dass es nach (Wieder-)Einführung der Jahreskarten im Frühjahr 2023 fast ein ganzes Jahr am Stück diese regulär zu kaufen gab. Die Wiederaufnahme nach dem ersten Stopp im Frühjahr 2024 war ganz exakt am 28. Juni 2024 denn genau an diesem ersten Tag haben wir Marketingopfer unsere bis heute gültigen Pass gekauft. Von da an gab es sie dann aber auch nochmal bis zum Folgejahr am Stück. So richtig zäh wurde es dann tatsächlich mit Beginn der Jubiläumssaison.

    Weil ich weiter vorne Mutmaßungen über die Anzahl der Jahrdskarten in den einzelnen Jahrzehnten gelesen habe (80er, 90er usw.).

    Die Jahreskarte gibt es erst seit 2003.

    Das kam von mir, und sollte eigentlich keine chronologisch genaue Vermutung jeweiliger Absatzzahlen vergangener Jahrzehnte sein, sondern eher eine plakative Darstellung dessen, dass es früher kein Limit gab, weil man einfach ohnehin weit genug davon weg war

    Dem könnte man entgegen halten dass man andererseits in dieser Zeit erheblich an Personal- und Energiekosten spart. Denke eh mal, dass diese Baumaßnahmen nicht dann komplett bezahlt werden wenn sie passieren, sondern ich gehe mal davon aus, dass da mit Zahlungszielen oder Finanzierungen gearbeitet wird. Schätze mal ein Unternehmen wie der EP hat Jahresbilanzen im Blick, und nicht die Sorgen wie er über die nächsten 8 Wochen kommt.

    Könnte mir eher vorstellen - ja auch das ist kein Wissen, nur Spekulation - dass man die Verkaufsphasen in die Off-Season legt, um zu Saisonbeginn eine feste Zahl an im Umlauf befindlichen Resortpässen zu haben, die dann übers Jahr konstant bleibt.

    So stürzen sich sicher nicht wenige auf die Pässe einfach aus Angst, leer auszugehen

    Vielleicht ist die Intention hinter den begrenzten Verkaufsphasen ja gar nicht mal so sehr das man die Menschen zum kaufen drängen will, man drängt - und das lässt sich hier auch im Forum wunderbar nachlesen - die existierenden RP-Inhaber vor allen Dingen zum verlängern. Nach dem Prinzip, wenn Du einmal raus bist, weisst du nie ob und wann Du jemals wieder rein kommst. Im Grunde ein perfekt funktionierendes Treueprogramm.

    Glaubt ihr wirklich das plötzlich alle Welt scharf auf den RP ist?

    Es gibt zumindest unbestrittene Zahlen, dass in Deutschland Inlandurlaube und Kurzreisen immer populärer werden. Auch Freizeitparks haben sich in den letzten 30 Jahren immer mehr zu Kurzreisedestinationen entwickelt. Früher waren es Ziele für Tagesausflüge. Das ist alles tatsächlich messbar. Das in diesem Sog Dauerkarten für Freitzeitdestinationen an Attraktivität und Nachfrage gewonnen haben ist zwar Spekulation, aber irgendwo doch eine nicht völlig abwegige Vermutung.

    Was ich irgendwie aus meiner Sicht anders sehe ist das häufig auftauchende Argument "solange die Wartezeiten nicht steigen hat die Kapazität noch Luft nach oben". Kapazitätsgrenzen von Veranstaltungen, Freizeitparks, etc. ergeben sich meines Wissens hauptsächlich aus Sicherheitsaspekten.

    Und ja ich gebe Dir recht, natürlich wäre es möglich mehr Resortpässe zu verkaufen, die Frage ist nur, wie sehr das zu Lasten des Tageskartenverkaufs geht. Und wie man das Verhältnis gegeneinander aussteuern möchte entscheiden nun mal die Macks ganz allein.

    Natürlich ist es mit Fussball nicht vollumfänglich vergleichbar, ich bezog es ja nur auf den Ansatz dass man nicht alles mit Dauergästen auslasten will um noch Kapazitäten für Tagesbesucher zu haben.

    Ja, und natürlich kann man das Verhältnis RP-Inhaber/Tageskarteninhaber über das tägliche Reservierungssystem aussteuern, dennoch ist die Anzahl von verkauften Resortpässen erst mal die Grundlage dafür dass sich dadurch ein gesundes Verhältnis herstellen lässt. Die Anzahl der verkauften Resortpässe ist die Grundlage, die Reservierungen sind das Feintuning. Wenn man den Jahreskartenabsatz völlig ins Uferlose laufen lässt, bekommt man es über die Tagesreservierungen irgendwann auch nicht mehr eingefangen. Würde man das so machen, nach dem Motto wir hauen an Jahreskarten alles raus was geht und regeln es dann über die Tagesreservierungen, würde man sicher Jahreskarteninhaber viel öfter als jetzt außen vor lassen müssen (wenn man bedenkt dass jetzige Tageskartenbesitzer sicher noch öfter kämen wenn sie denn Jahreskarten hätten).

    Ich finde das ein Thema über dass sich sehr spannend spekulieren lässt. Deswegen ist aber nicht jeder der sich hier nicht im Sinne von "die wollen uns nur über den Tisch ziehen, die könnten jedem jederzeit einen Resortpass geben wenn sie wollten" äußert gleich ein kritikunfähiger Fanboy. Vermutlich spielt unterm Strich eh beides parallel eine Rolle. Nachfrage schüren durch knappe Verkaufsphasen UND Kontrolle über die Besuchermassen zu bewahren. Weder das eine noch das andere wird am Ende die einzige Wahrheit sein.

    Dass sich die Wartezeiten über die Jahrzehnte nicht verschlimmert haben liegt aber nicht zwingend an einer Stagnation der Ticketverkäufe, sondern mit Sicherheit auch daran dass man eben das Angebot an Attraktionen sukzessive erhöht hat, und Wartezeiten sich allein durch eine höhere Verteilung auf Attraktionen mindern, bzw. zumindest nicht weiter steigen. (Finde den Vergleich mit dem PHL in Bezug auf Wartezeiten als Gradmesser für das Besucheraufkommen eh etwas schwierig, da nach meinem Gefühl im EP viel mehr Menschen einfach nur Zeit verbringen statt Attraktionen zu nutzen als im PHL).

    "An die Grenzen stoßen" muss ja auch nicht zwingen heißen "der Park ist zu voll" sondern, dass der Anteil der Jahreskarten am Besucheraufkommen zu groß geworden ist. Es wird da sicher bei der internen Kalkulation Planspiele geben wieviele Tageskartenkäufer man braucht, und wie viele Jahreskarten man sich nebenher "erlauben" kann damit die Rechnung aufgeht. Natürlich kann der Park in der Regel immer noch mehr Gäste aufnehmen, aber man will eben seitens des Parks diese Kapazitäten nicht unbegrenzt mit Jahreskarteninhabern füllen. Da sind wir wieder ein wenig beim Vergleich mit einem Fussballclub. Auch wenn in ein Stadion 50.000 Menschen passen, entschließt sich ein Verein nur 30.000 Dauerkarten zu verkaufen (auch wenn die Kapazität mehr her gäbe) um noch an 20.000 Menschen eine Tageskarte verkaufen zu können. Solange sich die Nachfrage regelmäßig ohnehin unter der 30.000er Grenze hält, muss er auch kein Limit kommunizieren, wenn es anfängt irgendwann daran zu kratzen aber schon.

    Und wie gesagt, die "Verknappung" muss sich ja nicht zwingend auf die Anzahl der Resortpässe beziehen, verknappt werden eher die Möglichkeiten die Karten zu kaufen. Egal wie wir uns drehen und wenden, der EP wird in seiner Vorgehensweise schon seinen größtmöglichen Profit im Auge haben.

    Natürlich ist es eine Verknappung

    Die Frage ist allerdings auch, was jetzt genau mit "Verknappung" gemeint ist. Möglicherweise sind aktuell so viele Jahreskarten im Umlauf wie noch nie, dann kann man was die Anzahl der Resortpässe angeht schlecht von einer Verknappung sprechen. Was aber defintiv einer Verknappung unterliegt - und ich denke das meinen die meisten hier auch - ist die Anzahl und die Dauer der Zeitfenster in denen man die Pässe kaufen kann. Der Park spielt im Grunde nicht damit dass es weniger Pässe zu kaufen gibt, sondern damit dass es die Pässe seltener zu kaufen gibt. Es gibt die Resortpässe nur in begrenzten Zeitfenstern zu kaufen, und das kurbelt die Nachfrage an. Mit einer reinen Reduzierung der Anzahl der Pässe muss das gar nicht zwingend einher gehen, da in den zwei Tagen die es die Pässe dann ab und zu gibt, der Absatz wahrscheinlich exorbitant größer ist als früher an zwei Tagen zu der Zeit wo es die Karte jederzeit gab. Deswegen kann man in Sachen der Anzahl der Pässe in Richtung Verknappung nur spekulieren, eine Verknappung der Kaufmöglichkeiten findet unstrittig statt, da pflichte ich bei.

    Jahreskarte, Resortpass, Clubkarte.....ist doch egal wie sich die JAHRESKARTE derzeit nennt, es ist trotzdem nach Jahrzehnten erstmal "künstlich verknappt" worden

    Vielleicht weil man in den ersten Jahrzehnten nicht an solche Größenordnungen heranreichte ? Man stelle sich vor, in den 1980er gab es vielleicht 10.000 Jahreskarteninhaber. In den 1990er waren es dann vielleicht 30.000, in den 2000er dann 60.000, und in den 2010ern dann 90.000. Dann ist eine daraus resultierende Limitierung nicht "künstlich" sondern einfach eine logische Konsequenz, denn irgendwann ist wahrscheinlich auch Schluss mit Jahreskarten, wenn man auch noch Tageskartengäste begrüßen will. Ein Limit setzt man dann wenn man die Notwendigkeit sieht eine Grenze ziehen zu müssen, und wahrscheinlich hatte man Jahrzehnte erst mal diese Notwendigkeit nicht. Hätten sich vor 25 Jahren schon 100.000 Leute eine Jahreskarte geholt hätte man vor 25 Jahren vielleicht schon die Grenze gesetzt, da war man aber eben noch weit genug davon weg. Deswegen ist das Argument "früher gab es das auch nicht" nicht immer treffend, weil es früher auch eine andere Situation war. Es wird dem Park immer wieder unterstellt die Verkaufsstopps als Marketingwerkzeug zu nutzen - vielleicht bleibt ihm aber auch angesichts der Besucherentwicklung gar nichts anderes übrig.

    Man sollte in der ganzen Diskussion auch nicht vergessen, dass der Park in den beiden Coronajahren große Schiwerigkeiten hatte, das mit den Clubkarten gegebene Leistungsversprechen gegenüber seinen Kunden einzuhalten, was dann zu immer weiter führenden Laufzeitverlängerungen führte. Insofern ist dass im Anschluss entstandene Limit möglicherweise auch eine Lehre aus jener Zeit. Wer weiss, hätte es Corona nie gegeben würden wir uns eventuell heute noch an einer ständig zu erwerbenden Clubkarte erfreuen. Ob der Vergleich mit anderen Parks immer so passend ist weiss ich nicht. Zu Zeiten der Clubkarte sagte Roland Mack mal in einem Gespräch der Park habe an die 100.000 Jahreskartenbesitzer. Ich schätze andere Parks kommen nicht mal im Ansatz an solche Zahlen heran, und würden sicher auch näher an der öffentlichen Einführung eines Limits sein, wenn sie solche Zahlen hätten.

    Nun, die Zahl an Zimmern ist eine feste Konstante an der sich nicht rütteln lässt bis was neues gebaut wurde. RP könnte man dagegen theoretisch noch mehr verkaufen, daher finde ich den Vergleich nicht ganz treffend.

    Das ist von der Seite her schon richtig, trotzdem sorgt diese Begrenztheit dafür dass man nicht jederzeit davon ausgehen zu seinen gewünschten Terminen ein Zimmer zu bekommen. Da muss man sich dann schon um sicher zu gehen in einem bestimmten Zeitfenster definitiv entscheiden. Die ursprüngliche Aussage war ja "ich lasse mir nicht vorschreiben wann ich was kaufe", das ist aber bei den Zimmern in gewisser Weise mitunter dann auch so.

    der RP nicht vom Park verknappt wird

    Was soll das jetzt wieder mit der angeblichen "Verknappung". Es gibt keine natürliche Ressource an Resortpässen die man künstlich verknappen könnte, sondern der Park als Unternehmen entscheidet von vornherein was er in welcher Anzahl anbietet.

    Nach dieser Logik könnte man auch die existierende Zahl an Zimmern im Hotelresort als "Verknappung" definieren, und die Notwendigkeit, daß man für manche Termine früh genug reservieren muss um nicht leer auszugehen als "vorschreiben wann man zu buchen hat".

    Ich denke mit den "Schmarotzern" waren hier eher all die gemeint die sich mit einem Gewerbe (Hotels, Ferienwohnungen) an den Park sozusagen "dran hängen". Was ich aber als Vorwurf irgendwie verkehrt finde, denn letzlich funktioniert Wirtschaft auch so, dass von großen Unternehmen kleinere Unternehmen im Umkreis profitieren. Da sehe ich nichts Verwerfliches darin. Im Übrigen haben die alteingesessenen Ruster "Ihr Dorf" in einer gewissen Art und Weise durch die Unternehmertätigkeit der Familie Mack "herschenken" müssen. Dass ich dann mit einem Restaurant oder einer Ferienwohnung, einer Bäckerei oder was auch immer mir zumindest vom wirtschaftlichen Kuchen ein Stück zurück hole ist vollkommen okay. Über Investoren aus aller Welt die rund um den Europapark ihre Hotels aus dem Boden stampfen kann man diskutieren, aber wie gesagt - so funktioniert Wirtschaft. So manche Region wäre um einen solchen Motor froh.

    Im Übrigen kann man es auch so sehen, daß nicht nur die Betreiber von Unterkünften von Park profitieren, sondern der Park auch umgekehrt von den Unterkünften. Denn diese bescheren ihm mehr Mehrtagesgäste als er mit dem eigenen Investment in Übernachtungsmöglichkeiten erreichen würde.