Ich finde sehr viel der Kritik, die hier an der gestrigen Veranstaltung war, sehr sachlich formuliert und teile etliche Punkte.
Nur müssen wir uns als Fans und langjährige Stammgäste leider vor Augen führen, dass der Park seine Politik nicht ändern wird, solange sowohl die Besucherzahlen als auch der Umsatz steigen - und beides geschieht kontinuierlich, egal wie sehr man in Rust an der Preisschraube dreht bzw. umgekehrt in anderen Bereichen einspart.
Wir sehen hier auf der Mikroebene Europa-Park ein gesellschaftliches Problem, das überall auf der Welt existiert - es geht um den Turbokapitalismus, der immer mehr Profit verlangt und niemals „satt“ wird - und zwar unabhängig davon, wieviel Reichtum schon vorhanden ist.
Rund um den Globus werden die Reichen immer reicher, während die Armut zeitgleich parallel zunimmt. Schaut mal in die größeren Innenstädte hierzulande, dort kann man in den letzten Jahre einen starken Anstieg der Armut sehen - und Deutschland zählt bekanntlich nach wie vor zu den reichsten Ländern der Erde.
Will sagen: Die Kritik an der aktuellen Entwicklung des EP ist m.M.n. absolut berechtigt. Dennoch muss man realistisch anerkennen, dass grundlegende Veränderungen unwahrscheinlich sind, solange wirtschaftlicher Erfolg und steigende Besucherzahlen das bestehende Geschäftsmodell bestätigen.
Die Situation im Park ist ein Spiegelbild eines globalen Problems: Ein auf stetiges Wachstum ausgerichteter Turbokapitalismus, der soziale Ungleichheit verstärkt und auch in wohlhabenden Ländern wie Deutschland zunehmend sichtbar wird.
Sorry für den politischen Schwenk