Es ist einfach eine Kosten Frage, die Gebühren für Kartenzahlungen sind teilweise extrem hoch. Man muss Monatliche Bereitstellungsgebühren bezahlen und Gebühr pro Buchung. Da kann man das schon verstehen, wenn man sagt, mache ich nicht. Schließlich will der Kunde es ja auch nicht umgelegt bekommen und bezahlen.
Als jemand, der beruflich damit zu tun hat, kann ich sagen, dass das zwar die Standardausrede ist, sie dadurch aber nicht richtiger wird.
Gerade aus der Gastronomie hört man in Gesprächen in denen es um die Einführung eines solchen Systems geht oft das Argument, teilweise nicht einmal nur zwischen den Zeilen, dass man bei Kartenzahlung ja dann alles versteuern müsse. Auch wenn das viele nicht hören wollen: Bei sehr vielen Gastronomen, die keine Kartenzahlung ab dem ersten Euro anbieten, werden Steuern hinterzogen. Meine Kollegen und ich lassen uns bei Barzahlungen grundsätzlich den Kassenzettel geben. Darauf müssten bestimmte steuerlich relevante Angaben stehen und genau die fehlen erstaunlich oft. Wären wir vom Finanzamt, wäre das in vielen Fällen ein ziemlich eindeutiger Hinweis.
Auch das Kostenargument zieht für mich nicht. Bargeld verursacht ebenfalls Kosten und je nachdem, wie man rechnet, kann das Handling von Bargeld sogar teurer sein als Kartenzahlungen. Am Ende schenkt es sich zumindest nicht viel und wenn doch, sollte man mal Tarife vergleichen.
Und was das Umlegen der Kosten angeht: Doch, genau so funktioniert das. Strom, Heizung, Personal, Einrichtung und viele andere Kosten werden schließlich auch auf die Kunden umgelegt. Das passiert über eine Mischkalkulation. Niemand zahlt weniger, nur weil er weniger Strom verbraucht hat, und niemand zahlt mehr, weil er in einem beheizten Raum sitzt. Genauso sollte man auch die Kosten für Kartenzahlungen betrachten.
Kartenzahlung ist mittlerweile ein Service, der ab dem ersten Euro selbstverständlich sein sollte. Mit meinen Kollegen gehe ich regelmäßig in der Mittagspause essen. Restaurants, die keine Kartenzahlung anbieten, meiden wir inzwischen oder besuchen sie zumindest deutlich seltener. Wenn wir trotzdem hingehen, dann meist nur, weil das Essen wirklich gut ist. Der Umsatz, der dadurch verloren geht, dürfte oft deutlich höher sein als die Gebühren für die Kartenzahlung.
Sorry fürs OT, aber da ich beruflich täglich mit dem Thema zu tun habe und diese Ausreden mittlerweile einfach satthabe, werde ich bei dem Thema schnell etwas emotional. 😉